Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so gefesselt wie dieses....
"Iss nur so viel, wie du willst", sagte sie. "Aber bleib bei mir am Tisch sitzen, bis ich fertig bin." Im ersten Moment erleichtert, atmete ich auf. Doch als mein Blick zum Tisch wanderte, bemerkte ich einen kleinen Strauß weißer Blüten. Er wurde von einem fliederfarbenen Band zusammengehalten und lag oben auf meiner Nudelschale. Nachdem ich die zarten Blütenblätter gemustert hatte, schnippte ich das Sträußchen von meinem Essen. Mir fielen die Geschichten von Vergiftungen und Krankenhausaufenthalten ein, die mir andere Kinder erzählt hatten. Ich ließ den Blick durch den Raum schweifen, um festzustellen, ob die Fenster offen waren, nur für den Fall, daß ich würde fliehen müssen. Die mit weiß lackierten Holzschränken und antiken Geräten ausgestattete Küche hatte nur ein einziges Fenster: ein winziges Quadrat über der Spüle mit einem Fensterbrett, auf dem winzig blaue Glasflaschen aufgereiht waren. Das Fenster war geschlossen.
Ich wies auf die Blumen. "Sie dürfen mich nicht vergiften, mir gegen meinen Willen Medikamente geben und mich auch nicht schlagen, selbst wenn ich es verdient habe. Das sind die Regeln." Bei diesen Worten sah ich sie über den Tisch hinweg finster an und hoffte, daß sie die Drohung verstanden hatte. Ich hatte mich mehr als einmal über Schläge von Pflegeeltern beschwert.
"Wenn ich dich vergiften wollte, würde ich Fingerhut, Hortensie oder vielleicht Anemone nehmen, abhängig davon, wie große Schmerzen ich dir zufügen und welche Botschaft ich dir vermitteln will."
Die Neugier siegte über meine Wortkargheit. "Wovon reden Sie?"
"Diese Blumen nennt man Sternmieren", erwiderte sie. "Sie bedeuten "willkommen". Indem ich dir einen Strauß Sternmiere schenke, begrüße ich dich in meinem Zuhause und in meinem Leben." Sie wickelte gebutterte Spaghetti um ihre Gabel und blickte mir bitterernst in die Augen......
Rosa Nelke
ICH WERDE DICH NIEMALS VERGESSEN
ICH WERDE DICH NIEMALS VERGESSEN
handelt von Victoria Jones. Aufgewachsen in Waisenhäusern und Pflegefamilien wurde sie von einer Bleibe zur nächsten weitergereicht. Von Elizabeth lernt sie sie Sprache der Blumen.
Sehr intensiv erzählt wechselt die Handlung immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart. Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat.
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Tulpe
BESCHEIDENHEIT
BESCHEIDENHEIT
Sehr schön finde ich, daß VANESSA DIFFENBAUGH am Schluß ihres Buches ein umfangreiches Glossar mit der Bedeutung von Blumen und Pflanzen aufführt.
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Ganz UNBESCHEIDEN habe ich mir allerdings heute einen dicken Strauß Tulpen gekauft :)
SCHÖNES WOCHENENDE!
Ganz UNBESCHEIDEN habe ich mir allerdings heute einen dicken Strauß Tulpen gekauft :)
SCHÖNES WOCHENENDE!
Bei dem Nelkenbild hat sich doch beim Fotografieren ein "Sonnenschmetterling" auf dem Ast niedergelassen..... Magisch :)



























